Samstag, 27. Juni 2015

Asteroid Now
Florian Freistetter

Das ist das mittlerweile sechste Buch von Florian Freistetter. Und natürlich geht es auch hier um Astronomie und dieses Mal wird es sehr speziell.

Der in Jena lebende Florian Freistetter ist Astronom und blogt u.a. über dieses Thema auf „Astrodicticum Simplex“. Wer Spaß an verständlicher Wissenschaft im allgemeinen und Astronomie im speziellen findet, dem sei das Blog wärmstens empfohlen. Zu hören ist er auch regelmäßig auf Wrint.de zusammen mit Holger Klein unter der Rubrik „Wissenschaft“. In einer der Sendungen erwähnte er auch einmal, dass Asteroiden ein Spezialinteresse von ihm sei.

Die Tatsache, dass es unseren Planeten nicht immer geben wird, hat mittlerweile Gewissheit erlangt. In 4,5 bis 5 Milliarden Jahren ist Schluss. Schluss für uns ist es allerdings sehr viel früher. Der Brennstoff der Sonne (Wasserstoff) wird irgendwann ausgegangen sein (wann genau, das können Astronomen berechnen), die Sonne wird sich irgendwann aufblähen und dabei immer noch heiß genug sein, um die Erde zu verschmoren. Und ob wir es als Menschen überhaupt so lange schaffen, das ist wirklich sehr ungewiss.

So, wir wissen heute also schon, dass die Erde einmal das Zeitliche segnen wird. Was tun? Nun, zum einen könnten wir das alles auf uns zukommen lassen und die Ereignisse nehmen, wie sie kommen. Wir könnten aber auch abhauen und uns einen neuen Planeten suchen, auf dem es sich ähnlich leben lässt wie auf der Erde. Wollen wir das tatsächlich tun, braucht es nicht lange um zu erkennen, dass wir vor einem gewaltigen Haufen von Problemen stehen. Um genügend und vor allem auch geeignete Raumschiffe zu bauen, haben wir hier auf unserem Planeten nicht die Ressourcen in der Menge, wie wir sie bräuchten; uns fehlen schlicht die Rohstoffe. Das, was uns fehlt gibt es allerdings im Weltall reichlich, wenn auch sicherlich nicht unerschöpflich. Wenn wir aber nur an einen Teil dieser Rohstoffe herankämen, wäre uns schon sehr geholfen.

Asteroiden haben diese Rohstoffe und Asteroiden gibt es immens zahlreich. Wir müssten nur irgendwie da dran kommen können. Die NASA betreibt ein Projekt zum „Einfangen“ eines Asteroiden. Selbst wenn das gelingen würde, wäre es nicht besonders ökonomisch, diesen oder auch andere Asteroiden „abzubauen“ und die Rohstoffe zum Bau von Raumschiffen auf die Erde zu bringen. Es kostet nun einmal verdammt viel Energie und Rohstoffe, das Gravitationsfeld der Erde zu verlassen. Die Ausbeutung von Asteroiden in diesem Sinne könnte also zu einem Nullsummen-Spiel führen.
Wir sollten also besser Raumstationen einrichten, z.B. auf dem Mond, um von dort dann weiter und ressourcenschonender ins Weltall vordringen zu können.

Ach ja, Raumschiffe bauen … Wir könnten ja auch einen entsprechend geeigneten Asteroiden so umbauen, dass dieser selbst zu einem Raumschiff wird, auf dem wir dann durchs Weltall auf der Suche nach einem neuen Planeten reisen.

Das alles hört und liest sich nach abenteuerlichster Science Fiction an. Vieles davon ist es auch. Das aber auch nur so lange, bis wir über Technologien verfügen, die uns all das ermöglichen. Jules Vernes „Reise zum Mond“ war ja auch mal reine Fiktion.

Florian Freistetter beschreibt in seinem Buch schon sehr detailliert die Lösungsmöglichkeiten der Probleme. Er berichtet von Projekten und wissenschaftlicher Forschung, die das Ziel haben uns in die Lage zu versetzen nach anderen Planeten Ausschau halten zu können.

„Asteroid Now“ ist ein populärwissenschaftliches Buch. Für mich persönlich ist es allerdings auch ein sehr politisches Buch. Wenn wir uns wirklich auf den Weg zu einem anderen Planten begeben wollen, müssen wir erst einmal eine Reihe von Problemen lösen, die nicht sehr viel mit der Entwicklung neuer Technologien zu tun haben. Wir (alle Menschen) müssen uns endlich einmal zusammen raufen und gemeinsam an etwas arbeiten jenseits von Krieg, Totschlag und Unterdrückung. Wir müssen erkennen, dass die Erkundung neuer Planeten das Miteinander aller Menschen erfordert. Wir brauchen uns alle für dieses Projekt, sei es in Form von Arbeitskraft oder in Form von Ideen. Alle müssen daran beteiligt sein und werden. Es ist gut, dass das Braten der Erde erst in ein paar Milliarden Jahren beginnt. Allerdings brauchen wir aber auch entsprechend viel Zeit. Ich glaube nicht, dass das unter ein paar tausend Jahren und sehr vielen Generationen getan sein wird.

Asteroid Now: Lesen jetzt!









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