Freitag, 5. Juni 2015

Bitte doch kopieren

Ich habe eine Idee und wenn du dieselbe Idee unabhängig von mir danach hast, darfst du sie nicht mehr haben. Ich habe eine Idee und wenn du sie aufgreifst und veränderst, meinetwegen auch verbesserst, darf das nicht sein. Ich habe eine Idee und wenn du sie verbreitest musst du mich dafür bezahlen.

So ungefähr lässt sich Schutz von geistigem Eigentum beschreiben.

Geistiges Eigentum: Für mich ein Ungetüm. Von meinem Vater kenne ich den Spruch seines Vaters,  also meines Opas, dass eins alles verwenden darf, sofern die Hände in den Taschen bleiben, also alles, was eins so angeboten bekommt mit Augen und Ohren aufnehmen und verwerten darf. Das war zu einer Zeit ohne die heutige allgegenwärtige Digitalisierung. Menschen schauten sich gegenseitig Fertigkeiten ab und taten damit, was ihnen beliebte oder auch nicht. Niemand störte sich daran.

Die Kopie als solche wurde verteufelt als sie einfach anzufertigen war. Copy und paste, vier Mal eine Taste gedrückt – einzeln und auch gleichzeitig – der Untergang des Abendlandes ist nah.

Das Morgenland kümmert das wenig, im Gegenteil. Die Anfertigung einer Kopie wird als Huldigung an den Schöpfer des Originals gesehen. Diese Geisteshaltung gab es auch schon im Abendland: Sir John Isaac Newton bekannte sich dazu, auf den Schultern von Riesen zu stehen. Er kopierte und entwickelte weiter. Und nicht nur er. Alle Forscher tun und taten es. Was hätte Einstein ohne Maxwell und Faraday ausrichten können?


Ich denke nicht, selber etwas Kopierenswürdiges zu schaffen, aber wer mag, bitte …

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