Samstag, 20. Juni 2015

Montag, 7. Januar 1980

Alles war ruhig für Jahre. Niemand machte sich Sorgen. Das Leben ging seinen Gang und alle waren zufrieden.
Das  da etwas war, das unangenehm spucken konnte, damit war absolut nicht zu rechnen und es rechnete auch niemand damit, bis es dann doch geschah.

Der Vulkan explodierte plötzlich. Kein Seismologe hatte irgendetwas mit seinen Messinstrumenten vorher aufzeichnen können. Die Spitze des Berges flog gen Himmel und zeitgleich spuckten Feuer und Rauch hinterher. Und es gab immer mehr Feuer und Rauch und heiße Lava, die sich über alles Leben erströmte und es tötete. Kein Mensch war in der Lage, dieser Geschwindigkeit der Zerstörung zu entfliehen. Es dauerte Tage, Monate und Jahre an. Es gab längst nichts mehr zu zerstören, doch das feuernde Magma interessierte das nicht, es strömte sich den Weg aus dem Berg heraus.

Und irgendwann kam die Zerstörung an ihr Ende. Das niemals beabsichtigte Ereignis hörte einfach auf. Schutt, Asche und Rauch blieben. Für Jahrzehnte. Die heraus gespuckte Asche verdunkelte den Himmel für Jahre, das Sonnenlicht hatte keine Chance durchzukommen. Alles war grau und kalt und unangenehm anzufassen. Das war das Ende.

In Wirklichkeit war es das Ende nicht. Zarte Pflänzchen, die so zart gar nicht waren, strebten dem Leben entgegen. Sie ertrugen Dunkelheit und Grau und Kälte und erkannten ihre Chance, jetzt wieder wachsen zu können. Die Asche verflog, Licht breitete sich aus, Wärme erreichte das Leben und das Leben fing wieder von vorne an. Wenn aus Asche und Ruinen Neues aufgebaut wird, ist es oft recht schmutzig und es darf sich trotzdem darüber gefreut werden.


Nicht immer wird alles gut, aber wenn, darf eins das durchaus als Geschenk von wem auch immer betrachten.

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