Samstag, 4. Juli 2015

Transformation
Ein Experiment

Spiritualität erschließt sich mir nicht. Kann, möchte ich das ändern? Und wenn ja, wie?

„Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.“ [1]

Jetzt begebe ich mich auf dünnes Eis und unternehme den Versuch, das Zitat mathematisch darzustellen.

Ich beginne mit der Eingrenzung / Definition der Begrifflichkeiten.

Der Weise: Ein Element der Menge Menschen.

Lebt: Etwas, das nur dadurch erkennbar wird, wenn mindestens 2 Zeitpunkte betrachtet werden und wenn das Objekt dazu jeweils verschieden Zustände hat; kann durch eine Linie oder Kurve dargestellt werden, also eine Funktion.

Still: Wäre dann der bestimmte Verlauf der vorerwähnten Funktion / Kurve.

Inmitten der Welt: Ein Element der Menge Orte.

Sein Herz: Ein Element der Menge Der Weise.

Ein offener Raum: Ein Zustand des Elements Sein Herz.

Wie gehe ich jetzt weiter voran? Ich kann es rein optisch oder auch inhaltlich tun, denn mir fällt auf, dass die Definition „Lebt“ die längste Beschreibung hat. Das könnte ein Aufhänger sein.




 















Ich habe das Thema in einem kartesischen Diagramm dargestellt.
Der Weise ist die Kurve (in diesem Fall eine Gerade) mit der Funktionsvorschrift:

f(x) = x1 + (y2 – y1) + x

Zu jedem Zeitpunkt x ergibt sich ein von Zeitpunkt x abhängiger Zustand y. y ist also immer verschieden, also „lebt“ da etwas / der Weise.

Wie der Weise lebt ergibt sich aus f(x). In diesem Fall still. f(x) könnte aber auch sein:
f(x) = xⁱ

„In mitten der Welt“ ist das Diagramm an sich. In so einem Diagramm lassen sich ganz viele unterschiedliche Kurven (Weise / Menschen) beschreiben.

Jetzt bin ich bei „Sein Herz“ und „ein offener Raum“.
Für mich ist das eine Schlussfolgerung. „Sein Herz“ ist ein Teil / Element von „Der Weise“ also ein Element aus f(x). Der offene Raum ist die Veränderung des Diagramms. In meinem Beispiel ist es zweidimensional; es spricht nichts dagegen, dass es auch drei- oder n-Dimensional sein könnte. Ein Teil / Element der Kurve kann sich beliebig irgendwo befinden, prinzipiell also überall.

Hat sich mir Spiritualität jetzt erschlossen?
Vom Zeitpunkt x1 (Beginn des Artikels) aus hat sich bis x2 etwas verändert: Artikel ist fertig, es gab also eine Zustandsveränderung. Die Verfertigung des Artikels geschah in aller Stille; sie hätte allerdings auch bei Baulärm stattfinden können. Ich schrieb am Schreibtisch und hätte es auch am Strand tun können; ich wählte ein kartesisches Diagramm und hätte auch ein anderes wählen können. Selber sehe ich mich als irgendeine Kurve (irgendein Element der Menge Menschen und gewiss nicht als das Element „Der Weise“).

Ich habe den Eindruck, dass mir die Transformation nicht wirklich geglückt ist, bin froh, das Experiment durchgeführt zu haben und freue mich über jede Art von Anmerkungen dazu.


[1] Ein Zitat von Lao-Tzu
Ich habe nicht überprüft, ob das tatsächlich ein Zitat von Lao-Tzu ist. Mir geht es nur darum anzumerken, dass es nicht von mir ist.




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